Es ist kaum möglich Kambodscha in wenigen Absätzen zu beschreiben. Wer eine Reise plant oder sich für das Land näher interessiert, sollte sich der weiter unten genannten Quellen bedienen und mehr über Land und Leute lernen. Für alle, die bisher noch nichts über Kambodscha wussten – dies als kleiner Einstieg:

Kambodscha liegt in Südost-Asien zwischen Thailand, Laos und Vietnam. Im Land leben insgesamt ca. 15 Mio. Menschen, davon ca. 2 Mio. in der Hauptstadt Phnom Penh. Die Spuren der Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter Pol Pot (1975-1979) sind immer noch sichtbar. Das Land wurde schwer verwüstet, die Infrastrukur zerstört und die gebildete Bevölkerung umgebracht. 20-32 % der damaligen Bevölkerung (1 bis 3 Mio. Menschen) wurden Opfer der Gewalttaten.

Weiteres tragisches Erbe sind heute immer noch viele Landminen in den Provinzen. Erst kürzlich (2010) ist einer der letzten Roten Khmer für seine Foltertaten zu einer Gefängnisstrafe von 35 Jahren verurteilt worden. Die anschließende Regierung der vietnamesischen Besatzung von 1979-1991 sowie die politischen Wirrungen bis 1998 haben kaum zur Weiterentwicklung beigetragen. Daher ist das Land immer noch ein Entwicklungsland, auch wenn der Tourismus ansteigt: Jährlich besuchen schon über 2 Mio. Gäste die Tempelanlagen „Angkor Wat“ (Weltkulturerbe der UNESCO) bei Siem Reap.

Trotzdem fehlen ausreichend medizinische Versorgung, öffentliche Verkehrsmittel, unterbrechungsfreie Stromversorgung – 40 %  haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Vor allem die Dorfbevölkerungen profitieren kaum vom Wachstum. So zählt Kambodscha zu den ärmsten Staaten der Welt und nimmt auf dem Index des UN-Entwicklungsprogramms UNDP Rang 137 von 182 Staaten ein (2009). 35 % der Gesamtbevölkerung (53 % in der Provinz Siem Reap) sind von Armut betroffen. Der Anteil der Armen, denen weniger als 1 US-Dollar am Tag zur Verfügung steht, verringerte sich zwar von 32,5 Prozent im Jahr 1990 auf 10,9 Prozent im Jahr 2006,  doch ist der Wohlstand ungleichmäßig verteilt. Ein Drittel der Bevölkerung ist weiterhin unterernährt. Das Bildungssystem ist mangelhaft. Die Analphabetenrate liegt bei rund 25 Prozent. Ein Grund hierfür ist u.a., dass trotz öffentlichem Schulsystem viele Kinder kaum Schulbildung erhalten. Vor allem in den Dörfern müssen sie sehr früh zum Lebensunterhalt der Familie beitragen oder auf kleinere Geschwister aufpassen. Im schwülen Monsunklima grassieren Malaria und Dengue-Fieber und die HIV/Aids-Rate ist die höchste Asiens.

Einst war Kambodscha der kulturelle Mittelpunkt der ganzen Region. Heute ist es eines der ärmsten Länder der Welt und von internationaler Hilfe abhängig. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 806 USD (2008), womit des Land offiziell zur Gruppe der Least Developed Countries (LDC) gehört. Ca. 50 Prozent des Staatshaushalts kommen aus dem Ausland. 70 Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Korruption ist ein großes Problem.

Der Verein Bamboo Shoots e.V. geht davon aus, dass das beste Mittel zur Selbsthilfe, eine gute Bildung ist. Für uns in Europa fast sebstverständlich – in Kambodscha ein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Es wird nur durch Unterstützung aus dem Ausland möglich sein, eine Bildungsstruktur zu schaffen, von der auch die Ärmsten der Armen profitieren können.

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